94V auf Reifen erklärt - Traglast und Speedindex richtig lesen

Nico Schreiber .

11. Juli 2026

Tabelle zeigt Lastindex und maximale Traglast von Reifen. Ein Lastindex von 94 bedeutet 670 kg Traglast.

Auf der Reifenflanke stehen Zahlen und Buchstaben, die über Sicherheit, Belastbarkeit und zulässiges Tempo entscheiden. Die Kennzeichnung 94V beschreibt dabei nicht die Reifengröße, sondern Tragfähigkeit und Geschwindigkeitsklasse. Ich zeige, wie sich beide Angaben lesen lassen, welche Rolle sie für Bremsen und Fahrwerk spielen und worauf Sie bei Pkw und leichten Nutzfahrzeugen achten müssen.

94V steht für 670 Kilogramm Traglast und bis zu 240 km/h

  • 94 bedeutet maximal 670 kg pro Reifen unter den vorgesehenen Bedingungen.
  • V steht für eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von bis zu 240 km/h.
  • Die Achslasten im Fahrzeugschein müssen durch die Reifen sicher abgedeckt sein.
  • Ein höherer Index ist nicht automatisch besser, ein niedrigerer aber oft unzulässig.
  • Bei Winter- und Ganzjahresreifen kann ein niedrigerer Speedindex erlaubt sein, wenn die Vorgaben eingehalten werden.

Tabelle zeigt die Bedeutung des Lastindex 94 V bei Reifen. Ein Lastindex von 94 bedeutet, dass der Reifen maximal 670 kg tragen kann.

So liest sich die Kennzeichnung 94V auf dem Reifen

Die Kombination steht meist am Ende der vollständigen Größenangabe, zum Beispiel 225/45 R17 94V. Die Zahl 94 ist der Lastindex, der Buchstabe V der Geschwindigkeitsindex. Beide Werte müssen getrennt betrachtet werden, denn sie beantworten zwei unterschiedliche Fragen.

Angabe Bedeutung Konkreter Wert
94 Lastindex oder Tragfähigkeitsindex 670 kg pro Reifen
V Geschwindigkeitsindex bis zu 240 km/h

Die Werte gelten unter den für den Reifen vorgesehenen Bedingungen, insbesondere bei passendem Luftdruck, korrekter Montage und ausreichender Kühlung. Ein 94V-Reifen ist deshalb nicht pauschal für jedes Fahrzeug geeignet, das leichter als 2.680 kg ist. Entscheidend sind die zulässigen Achslasten und die Freigaben des jeweiligen Fahrzeugs.

Was der Lastindex 94 tatsächlich tragen darf

Der Lastindex 94 erlaubt eine maximale Tragfähigkeit von 670 kg je Reifen. Rein rechnerisch könnten vier Reifen dieser Klasse zusammen 2.680 kg tragen. Diese Summe darf aber nicht einfach mit dem zulässigen Gesamtgewicht des Fahrzeugs gleichgesetzt werden, weil Vorder- und Hinterachse unterschiedlich stark belastet werden können.

Ein Beispiel macht den Unterschied deutlich. Bei einer maximalen Vorderachslast von 1.340 kg wären zwei Reifen mit Index 94 rechnerisch passend. Liegt die Hinterachslast jedoch höher oder wird das Fahrzeug häufig mit Anhänger, Werkzeug oder Ladung bewegt, kann ein anderer Lastindex erforderlich sein.

Lastindex Tragfähigkeit pro Reifen Tragfähigkeit einer Achse mit zwei Reifen
91 615 kg 1.230 kg
94 670 kg 1.340 kg
97 730 kg 1.460 kg
99 775 kg 1.550 kg
102 850 kg 1.700 kg

Ich prüfe bei der Reifenwahl zuerst die Achslasten und erst danach den Fahrzeuggesamtwert. Ein zu niedriger Lastindex kann die Seitenwand überlasten, die Wärmeentwicklung erhöhen und das Fahrverhalten bei voller Beladung verschlechtern. Mehr Luftdruck ersetzt keinen fehlenden Lastindex, sofern der Fahrzeug- oder Reifenhersteller keine entsprechende Freigabe vorsieht.

Wofür der Geschwindigkeitsindex V steht

Der Buchstabe V bedeutet, dass der Reifen für Geschwindigkeiten bis 240 km/h ausgelegt ist. Dabei geht es nicht darum, dass ein Fahrzeug diese Geschwindigkeit tatsächlich erreichen muss. Der Speedindex beschreibt die konstruktive Belastbarkeit des Reifens bei hoher Geschwindigkeit, etwa durch Fliehkräfte, Walkarbeit und Wärme.

Die Buchstaben sind keine alphabetische Bewertung. H steht beispielsweise für bis zu 210 km/h, V für 240 km/h, W für 270 km/h und Y für 300 km/h. Ein W-Reifen ist also nicht einfach ein „besserer“ V-Reifen, sondern für einen höheren Geschwindigkeitsbereich ausgelegt.

Speedindex Zulässige Höchstgeschwindigkeit Typischer Einsatz
H 210 km/h Viele Mittelklassefahrzeuge
V 240 km/h Leistungsstärkere Pkw und SUVs
W 270 km/h Sportliche Pkw
Y 300 km/h Sehr schnelle Fahrzeuge

Die Angabe V ist allerdings kein Freibrief für dauerhaftes Fahren mit 240 km/h. Reifenalter, Luftdruck, Außentemperatur, Beladung und Straßenzustand beeinflussen die tatsächliche Sicherheit erheblich. Für Sommerreifen muss der Geschwindigkeitsindex grundsätzlich zur bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs passen.

Welche Reifen für Ihr Fahrzeug freigegeben sind

Die passende Reifengröße und die erforderlichen Indexwerte finden Sie in der Zulassungsbescheinigung Teil I, meist in den Feldern 15.1 und 15.2. Dort stehen die Angaben für Vorder- und Hinterachse. Weitere zulässige Kombinationen können im CoC-Dokument, in einer ABE oder in den Herstellerunterlagen aufgeführt sein.

Ein Reifen mit höherem Last- oder Geschwindigkeitsindex ist häufig zulässig, sofern Größe, Felge, Bauart und Freigabe stimmen. Einen niedrigeren Index sollten Sie nicht einfach montieren, auch wenn das Fahrzeug rechnerisch leicht genug erscheint. Bei einer Kontrolle, bei der Hauptuntersuchung oder nach einem Unfall kann die fehlende Freigabe zum Problem werden.

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Besonderheiten bei Winter- und Ganzjahresreifen

Winterreifen und Ganzjahresreifen mit dem Alpine-Symbol dürfen in Deutschland unter bestimmten Bedingungen einen niedrigeren Geschwindigkeitsindex als die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs haben. Dann muss die reduzierte Höchstgeschwindigkeit im Sichtfeld des Fahrers angezeigt werden, etwa durch einen Aufkleber oder eine entsprechende Anzeige im Fahrzeug.

Die eingetragene Höchstgeschwindigkeit des Reifens darf anschließend nicht überschritten werden. Ein 94H-Reifen kann deshalb unter den genannten Bedingungen eine sinnvolle Winteralternative zu 94V sein, während derselbe Wechsel beim Sommerreifen in der Regel nicht zulässig ist.

Warum 94V für Bremsen und Fahrwerk wichtig ist

Der Reifen ist die einzige Verbindung zwischen Fahrzeug und Straße. Ein passender Lastindex sorgt dafür, dass sich die Karkasse, also das tragende Gerüst des Reifens, unter Last kontrolliert verformt. Das wirkt sich direkt auf Bremsweg, Spurtreue und Lenkpräzision aus.

Ist der Reifen bei voller Beladung überfordert, kann er stärker walken und sich stärker erwärmen. Das verändert die Reaktion beim Ausweichen und kann die Bremsstabilität verschlechtern. Gerade bei schweren Kombis, SUVs und Transportern wird dieser Punkt oft unterschätzt, weil die Reifen im unbeladenen Zustand zunächst völlig unauffällig wirken.

Ein höherer Lastindex bringt meist eine stabilere Seitenwand, kann aber auch etwas mehr Abrollhärte und weniger Komfort bedeuten. Ich halte das für einen vernünftigen Kompromiss, wenn ein Fahrzeug regelmäßig schwer beladen wird. Für einen leichten Pkw bringt ein unnötig hoher Index dagegen nicht automatisch einen kürzeren Bremsweg.

Auch die Bremsanlage selbst profitiert nur dann von einem passenden Reifen. Große Bremsen können ihre Leistung nicht vollständig auf die Straße bringen, wenn Profil, Gummimischung, Luftdruck oder Reifenzustand nicht stimmen. 94V allein sagt nichts über die Nasshaftung oder den Bremsweg eines konkreten Reifenmodells aus.

94V, 94H oder 97V richtig vergleichen

Beim Kauf werden häufig Reifen mit ähnlicher Bezeichnung verwechselt. Die folgenden Beispiele zeigen, was sich tatsächlich ändert.

Kennzeichnung Traglast pro Reifen Geschwindigkeit Wichtiger Unterschied
91V 615 kg 240 km/h Gleiche Geschwindigkeit, aber weniger Tragfähigkeit
94H 670 kg 210 km/h Gleiche Tragfähigkeit, niedrigere Geschwindigkeit
94V 670 kg 240 km/h Ausgewogene Kombination aus Last und Tempo
97V 730 kg 240 km/h Höhere Tragfähigkeit bei gleicher Geschwindigkeitsklasse

Die Bezeichnung XL oder „Extra Load“ weist zusätzlich auf einen verstärkten Reifen hin. Ein 94V XL ist nicht automatisch dasselbe wie ein beliebiger 94V-Reifen, denn Konstruktion und erforderlicher Luftdruck können abweichen. Maßgeblich bleibt immer die Freigabe für das konkrete Fahrzeug.

Die richtige Entscheidung beginnt nicht bei der Zahl 94

Prüfen Sie vor dem Kauf zuerst die komplette Größenangabe, danach Last- und Geschwindigkeitsindex, das Alpine-Symbol bei Winterreifen und den empfohlenen Luftdruck. Für einen Pkw kann 94V genau passen, während ein vergleichbarer Transporter wegen höherer Achslasten Reifen mit deutlich größerem Lastindex oder einer speziellen C-Kennzeichnung benötigt.

Mein praktischer Rat lautet deshalb, die Reifenflanke mit dem Fahrzeugschein und den Angaben im Tankdeckel oder an der Fahrertür abzugleichen. Stimmen Größe, Tragfähigkeit, Speedindex und Luftdruck, ist die wichtigste Grundlage für sicheres Bremsen und ein stabiles Fahrwerk geschaffen.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Der Lastindex 94 steht für maximal 670 kg pro Reifen. Auf einer Achse mit zwei solchen Reifen ergibt das rechnerisch 1.340 kg. Entscheidend ist jedoch, dass damit die zulässige Achslast des Fahrzeugs abgedeckt wird.
Der Index V erlaubt Geschwindigkeiten bis zu 240 km/h. Er beschreibt die konstruktive Belastbarkeit des Reifens bei hohem Tempo, ist aber kein Freibrief für dauerhaftes Fahren mit 240 km/h. Luftdruck, Beladung, Reifenalter und Straßenzustand beeinflussen die Sicherheit zusätzlich.
Ein 94H-Reifen hat dieselbe Tragfähigkeit von 670 kg, ist aber nur bis 210 km/h ausgelegt. Bei Sommerreifen muss der Geschwindigkeitsindex grundsätzlich zur bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit passen. Bei Winter- und Ganzjahresreifen mit Alpine-Symbol kann ein niedrigerer Index unter bestimmten Bedingungen zulässig sein, wenn die reduzierte Höchstgeschwindigkeit im Sichtfeld angezeigt wird.
Prüfen Sie die Zulassungsbescheinigung Teil I, meist die Felder 15.1 und 15.2, sowie das CoC-Dokument und Herstellerunterlagen. Vergleichen Sie die Angaben für Vorder- und Hinterachse mit Reifengröße, Lastindex, Geschwindigkeitsindex und empfohlenem Luftdruck. Ein höherer Index ist häufig zulässig, ein niedrigerer sollte nur mit ausdrücklicher Freigabe verwendet werden.
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Autor Nico Schreiber
Nico Schreiber
Mein Name ist Nico Schreiber und seit 11 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit dem Thema Nutzfahrzeuge. Diese langjährige Erfahrung hat mir ein tiefes Verständnis für die Technik, die Flottenverwaltung und die entscheidenden Aspekte einer Kaufberatung vermittelt. Es ist mir wichtig, Ihnen die komplexen Zusammenhänge so verständlich wie möglich zu erklären und Ihnen fundierte Informationen an die Hand zu geben, damit Sie die besten Entscheidungen für Ihren Fuhrpark treffen können. Ich lege Wert darauf, aktuelle Trends zu verfolgen und die Informationen stets sorgfältig zu prüfen, um Ihnen eine verlässliche Quelle für alles rund um Nutzfahrzeuge zu bieten.
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