Vier alte Reifen liegen nach dem Wechsel im Keller, in der Werkstatt oder auf dem Betriebshof und nehmen mehr Platz ein, als man zunächst denkt. Ich zeige, wohin Pkw-, Motorrad- und Nutzfahrzeugreifen gehören, welche Kosten realistisch sind und worauf Sie bei Felgen, großen Reifendimensionen und gewerblichen Mengen achten sollten.
Die richtige Abgabestelle spart Kosten und Ärger
- Reifenhändler und Werkstätten nehmen alte Pneus häufig beim Neukauf oder Reifenwechsel zurück.
- Auf vielen Wertstoffhöfen werden bis zu 8 Reifen gegen Gebühr angenommen.
- In Würzburg kosten Autoreifen aktuell 2,50 Euro ohne Felge und 3,50 Euro mit Felge pro Stück.
- Restmüll, Sperrmüll, Natur und Gartenfeuer sind keine geeigneten Entsorgungswege.
- Bei Lkw- und Traktorreifen sollten Sie die Annahme wegen Größe und Gewicht immer vorher klären.

Alte Reifen entsorgen mit wenig Aufwand
Für private Halter ist der Reifenfachhandel meist die unkomplizierteste Lösung. Beim Kauf eines neuen Reifensatzes übernimmt die Werkstatt die alten Reifen normalerweise direkt. Auch ohne Neukauf nehmen viele Betriebe gebrauchte Reifen an, verlangen dafür aber oft eine kleine Gebühr.
Der Vorteil liegt auf der Hand. Die Reifen sind bereits von der Felge demontiert, werden fachgerecht gesammelt und später an einen Verwertungsbetrieb weitergegeben. Ich würde deshalb beim saisonalen Wechsel gleich fragen, ob die ausgedienten Pneus im Preis enthalten sind. Eine spätere Einzelabgabe verursacht häufig mehr Aufwand.
Wertstoffhof als zweite Option
Viele kommunale Wertstoffhöfe nehmen haushaltsübliche Pkw-Reifen an, allerdings nicht automatisch kostenlos. Die Regeln unterscheiden sich nach Kommune, Reifengröße, Felge und Höchstmenge. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass Altreifen wegen ihrer komplexen Materialzusammensetzung separat und sachgerecht behandelt werden müssen.
Vor der Fahrt sollten Sie drei Dinge klären. Werden Reifen mit Felge angenommen, wie viele Stück sind erlaubt und gilt die Regelung nur für Reifen aus dem eigenen Landkreis? Gerade bei größeren Rädern kann ein vermeintlich günstiger Wertstoffhof die Annahme ablehnen.
Welche Abgabestelle passt zu welchem Reifen
Nicht jeder Entsorgungsweg ist für jede Reifengröße gedacht. Ein Satz Pkw-Sommerreifen lässt sich anders behandeln als mehrere Dutzend Lkw-Reifen aus einem Fuhrpark. In der Praxis hilft die folgende Einordnung.
| Reifenart | Sinnvolle Anlaufstelle | Worauf Sie achten sollten |
|---|---|---|
| Pkw-Reifen ohne Felge | Reifenhändler, Werkstatt, Wertstoffhof | Gebühr und Mengenbegrenzung erfragen |
| Kompletträder mit Stahl- oder Alufelge | Werkstatt oder Wertstoffhof | Felgen können eine höhere Gebühr verursachen |
| Motorrad- und Anhängerreifen | Reifenfachhandel, kommunale Annahmestelle | Nicht jede Sammelstelle führt diese Größen |
| Sprinter-, Lkw- und Traktorreifen | Fachbetrieb oder zertifizierter Entsorger | Durchmesser, Gewicht und Menge vorher abstimmen |
Für Betriebe mit mehreren Fahrzeugen ist ein gewerblicher Entsorger oft die bessere Wahl. Er kann größere Mengen abholen und stellt auf Wunsch Wiegescheine oder Entsorgungsbelege aus. Das erleichtert die interne Dokumentation, etwa bei einem Fuhrpark mit Atego, Actros, Sprinter oder Anhängern.
Bei Lkw-Reifen würde ich nicht einfach mit einem voll beladenen Transporter zum nächstgelegenen Hof fahren. Manche kommunalen Anlagen akzeptieren nur haushaltsübliche Pkw-Reifen, andere haben Zufahrts- oder Gewichtsbeschränkungen. Eine kurze telefonische Anfrage verhindert eine unnötige Tour.
Was kostet die Abgabe alter Reifen
Deutschlandweit gibt es keinen einheitlichen Festpreis. Händler kalkulieren nach Serviceaufwand, Kommunen nach Gebührenordnung und Entsorger nach Reifentyp, Menge sowie Transport. Für gewöhnliche Pkw-Reifen ohne Felge liegen die Kosten bei vielen Betrieben grob im einstelligen Bereich pro Stück.
In der Stadt Würzburg werden auf den Wertstoffhöfen bis zu acht Autoreifen angenommen. Die aktuelle Gebührenangabe liegt bei 2,50 Euro je Reifen ohne Felge und 3,50 Euro je Reifen mit Felge. Die Felge wird dabei zusätzlich als Metall erfasst, weshalb Kompletträder etwas teurer sind.
| Abgabeort | Orientierung | Besonderheit |
|---|---|---|
| Wertstoffhöfe der Stadt Würzburg | 2,50 Euro ohne Felge, 3,50 Euro mit Felge | Bis zu 8 Autoreifen |
| Wertstoffhöfe im Landkreis Würzburg | Bis 78 cm Durchmesser etwa 10 Euro je Stück | Größere Reifen können deutlich teurer sein |
| Reifenhandel und Werkstatt | Oft wenige Euro je Stück | Beim Neukauf häufig günstiger oder bereits eingerechnet |
| Gewerblicher Entsorger | Individuelles Angebot | Transport, Menge und Reifengröße bestimmen den Preis |
Im Landkreis Würzburg können Reifen bis zu einem Gesamtdurchmesser von 78 Zentimetern nach der Gebührenübersicht für etwa 10 Euro pro Stück abgegeben werden. Für größere Exemplare, wie sie bei manchen Nutzfahrzeugen oder Landmaschinen vorkommen, können deutlich höhere Kosten anfallen. Diese Zahlen sind lokal und lassen sich nicht auf jede deutsche Kommune übertragen.
Mein praktischer Rat lautet deshalb, die Felgen nicht vorschnell selbst zu demontieren. Wenn Ihnen das passende Montagegerät fehlt, kann die Demontage gefährlich werden und eine Werkstatt berechnet dafür möglicherweise weniger, als Sie durch die getrennte Abgabe sparen.
Reifen mit Felge, beschädigte Pneus und gebrauchte Ware
Kompletträder richtig behandeln
Reifen mit Felge dürfen nicht einfach in den Altmetallcontainer gelegt werden. Das Material muss zunächst getrennt oder in einem Betrieb verarbeitet werden, der Kompletträder annimmt. Stahl- und Aluminiumfelgen sind zwar gut verwertbar, ändern aber nichts daran, dass der Gummi separat behandelt werden muss.
Wer mehrere Radsätze lagert, sollte sie nach Größe und Zustand sortieren. So erkennt der Händler schneller, ob einzelne Räder noch verkauft, runderneuert oder direkt verwertet werden können.
Weiterverkaufen statt wegwerfen
Ein Reifen ist nicht automatisch Abfall, nur weil er gebraucht ist. Ein gebrauchter Satz kann noch für die Weiterverwendung infrage kommen, wenn Profil, Alter, Seitenwände und Karkasse in Ordnung sind. Die gesetzliche Mindestprofiltiefe für Pkw-Reifen beträgt 1,6 Millimeter, doch dieser Wert ist nur die absolute Grenze für den Straßenverkehr.
Ungleichmäßiger Abrieb, Risse, Beulen, sichtbare Beschädigungen oder eine lange Lagerung im Freien sprechen gegen einen Verkauf. Ich würde bei Reifen nahe an der Verschleißgrenze keine falschen Versprechen machen. Ein kleiner Verkaufserlös ist das Risiko für den späteren Käufer nicht wert.
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Beschädigte oder verschmutzte Reifen
Reifen mit Öl, Schlamm, Chemikalien oder starken Beschädigungen müssen bei der Annahme angegeben werden. Solche Exemplare können anders eingestuft werden als normale rollfähige Altreifen. Besonders bei Reifen aus Bau-, Landwirtschafts- und Nutzfahrzeugen ist die Verschmutzung ein häufiger Grund für zusätzliche Kosten.
Was mit den Altreifen danach passiert
In einem Verwertungsbetrieb werden die Reifen zerkleinert und in mehrere Materialströme aufgeteilt. Dabei entstehen vor allem Gummigranulat, Stahl und textile Bestandteile. Der Stahl kann in der Metallindustrie eingesetzt werden, während Gummi beispielsweise in Matten, Sport- und Fallschutzbelägen oder anderen technischen Produkten landet.
Ein Teil der Reifen wird energetisch genutzt. Das ist sinnvoller als eine illegale Ablagerung, steht aus meiner Sicht aber hinter einer möglichst langen Nutzung und einer stofflichen Verwertung zurück. Bei Nutzfahrzeugreifen kann außerdem die Runderneuerung interessant sein. Dabei wird die tragfähige Karkasse geprüft und mit einem neuen Laufstreifen versehen.
Das funktioniert nicht mit jedem Reifen. Die Karkasse muss ausreichend stabil, unbeschädigt und technisch geeignet sein. Gerade bei Flotten lohnt es sich, den Entsorger oder Reifenservice nach dieser Möglichkeit zu fragen, bevor alle alten Reifen pauschal in den Recyclingstrom gehen.
Diese Fehler machen die Entsorgung unnötig teuer
- Restmülltonne nutzen: Autoreifen gehören nicht in den Hausmüll und werden wegen ihrer Form und Materialmischung nicht regulär über diesen Weg entsorgt.
- Zum Sperrmüll stellen: Reifen werden von vielen Kommunen bei der Sperrmüllabfuhr ausgeschlossen. Die Stadt Würzburg führt dafür eigene Annahmestellen und Gebühren.
- Im Garten lagern oder verbrennen: Reifen können Wasser sammeln, Schädlinge begünstigen und setzen beim Verbrennen problematische Rauchgase frei.
- Ohne Rückfrage zum Wertstoffhof fahren: Mengenlimits und Größenklassen gelten oft nur für bestimmte Reifenarten.
- Private Abholung ohne Nachweis beauftragen: Bei größeren gewerblichen Mengen sollten Sie auf einen seriösen Entsorgungsfachbetrieb und einen Beleg achten.
Für den Transport genügt bei kleinen Mengen meist ein sauberer Kofferraum oder Anhänger. Die Reifen sollten gegen Verrutschen gesichert sein und nicht die Sicht oder Beleuchtung verdecken. Gewerbliche Mengen gehören in eine abgestimmte Abholung, besonders wenn schwere Lkw-Reifen bewegt werden müssen.
Ein kurzer Check vor der Fahrt zum Entsorger
Ich gehe vor jeder Abgabe in dieser Reihenfolge vor. Zuerst prüfe ich, ob ein Reifen noch sicher weiterverwendet werden kann. Danach sortiere ich nach Felge, Größe und Verschmutzung und kläre telefonisch Annahme, Preis und Höchstmenge.
Für einen normalen Pkw-Satz ist der Reifenhändler beim Wechsel meistens die beste Lösung. Wer in Würzburg wohnt, kann alternativ die Gebühren der städtischen Wertstoffhöfe nutzen. Bei großen Nutzfahrzeugreifen oder mehreren Sätzen spart ein abgestimmter Fachbetrieb oft mehr Zeit, als ein vermeintlich günstiger Einzeltransport zum Wertstoffhof einspart.
So bleiben die alten Pneus aus Hausmüll und Natur, gelangen in kontrollierte Verwertungswege und verursachen keine Überraschungen bei der Abgabe.